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Lotsen weisen den richtigen Weg

Wer kennt das nicht? Man steht vor einer Orientierungstafel und findet sich nach intensivem Studium trotzdem nicht zurecht. Im Geraer Wald-Klinikum geht es derzeit vielen Patienten, deren Angehörige und Besuchern so. Selbst Geschäftsführer Dr. Uwe Leder muss zugeben: "Obwohl stets verbessert, sind die Orientierungstafeln schwer zu lesen." Die Durststrecke wird noch bis 2012 anhalten, denn bis dahin wird im Klinikum gebaut, das zweite Bettenhaus ist im Entstehen, und immer wieder ändern sich Zugangswege. Allein die Notaufnahme wird täglich von 100 neuen Patienten aufgesucht, etwa 500 Menschen besuchen ihre Angehörigen. "Damit sich alle besser zurechtfinden, bedarf es eines menschlichen Wortes", stellt Dr. Leder fest.
Abhilfe schaffen nun zwei Mobillotsen, die am Parkhaus und an den Eingängen postiert sind und Patienten und Besucher auf den richtigen Weg bringen. Zwischen 8 und 17 Uhr stellen sie sich den Fragen. In der Probephase hat sich dieser Service bereits gut bewährt. Etwa 60-Mal beantworteten die Kliniklotsen die Fragen der Ankommenden oder brachten sie bis vor die Tür des entsprechenden Haus. Im Inneren greift dann der hauseigene Transportdienst. Nun sind die Kliniklotsen offiziell im Einsatz und präsentieren sich im dunkelblauen Outfit mit dem SRH-Logo und entsprechendem Namensschild.
Im Geraer Stadtbild sind Mobillotsen bereits seit dem Frühjahr im Einsatz. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtverwaltung, der Geraer Verkehrsbetriebe, des Blinden- und Sehbehindertenverbandes, der Arge und der Otegau. "Ziel war es, Menschen, die allein im Stadtverkehr nicht mehr zurecht kommen, durch eine Begleitung das Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen", erklärt Geraer Sozialdezernentin Christiane Neudert. Die Mobillotsen leisten Unterstützung bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, bei Wegen zu Ämtern und Verwaltungen, aber auch zu Besuchen im Theater, Museen und anderen kulturellen Einrichtungen und sogar bei Arztterminen oder Besuchen bei Verwandten und Freunden. Die Anmeldung erfolgt über den Stadtservice H35. Zehn Mobillotsen befinden sich im Einsatz. Christiane Neudert freut sich, dass sich der kostenlose Service großer Beliebtheit erfreut, und es bereits mehr als 30 Stammkunden gibt, die das sichere Geleit freudig annehmen.
Eberhard Tölke vom Blinden- und Sehbehindertenverband verwies darauf, dass die Idee des Begleitdienstes bereits vor zwei Jahren vom Verband geboren wurde. Als Betroffener und Nutzer sei er überrascht von dem großen Erfolg. Die Schulung der Lotsen wird vom Blinden- und Sehbehindertenverband durchgeführt. Diese sei sehr wichtig, bestätigt er, denn der Lotse muss gerade den behinderten Menschen die Sicherheit, die er selbst nicht hat, geben. Er könne sich den Ausbau des Dienstes vorstellen, dass zum Beispiel auch touristische Angebote wahrgenommen werden könnten.

( Helga Schubert, 26.08.2010 )

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