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Modernes Wohnen ganz privat

Gera (NG). Pünktlich zum Jahresausklang öffnet die fünfte Ausstellung der Geraer Architektur-Galerie im BauService H35 ihre Pforten. Sie präsentiert unter dem Titel "Modernes Wohnen ganz privat" vier Objekte aus dem individuellen Wohnungsbau. "Energiebewusstes Bauen, Funktionalität und Design zeigen sich im kreativen Umgang der Architekten und Ingenieure eindrucksvoll in unterschiedlicher Art und Weise und werden auch im ganz privaten Wohnungsbau unter Beweis gestellt", sagte der Leiter des Fachdienstes Bauvorhaben der Stadtverwaltung, Thomas Leidel. Die Ausstellung wolle das Thema möglichst vielen Bürgern nahe bringen. Die individuelle Auffassung von modernem Wohnen überrasche und vielleicht wecke dies bei dem einen oder anderen Betrachter Wünsche. Architekten und Bauherren haben mit ihrem Engagement bewiesen, dass qualitätsvoller Wohnungsneubau den Bedürfnissen der Bewohner Rechnung trägt und für die Bauherren nachhaltig rentabel ist. Die Geraer Beispiele zeigen, dass anspruchsvolle Architektur präsent ist und private Bauherren wie auch erste Bauträger sich mit dem Thema "Neues Bauen" im Sektor Einfamilienhaus erfolgreich auseinandersetzen. Ausschlaggebend sind die Entscheidungen der Bauherren, die nicht nur auf tragbare Kosten beim Bauen, sondern auch auf die langfristige Wirtschaftlichkeit ihrer Investitionen achten müssen. Das setzt Qualitätsbewusstsein bei Grundriss-Gestaltung, Materialwahl und Architektur voraus und gibt neue Impulse für die Diskussion als Beitrag zur Baukultur in Thüringen.

Haus in der
Straße des Bergmanns
Das Wohnhaus befindet sich stadtauswärts südlich an der Straße des Bergmanns inmitten der gewachsenen Struktur zweigeschossiger Einzelhausbebauung, in der sich jedes Gebäude weitestgehend seiner Entstehungszeit der 30er und 50er Jahre zuordnen lässt. So ist auch das Projekt von FAMO Massivhaus durch seine klare Formensprache Ausdruck der heutigen Zeit. Die ausgewogene Gestaltung zeigt sich in großzügigen, gut proportionierten Öffnungen und Vorsprüngen in der Fassade. Straßenabgewandt sind die Ruheräume für Wohnen und Schlafen der südlichen stark geneigten Gartenseite zugeordnet. Im Spannungsfeld hoher Qualität und tragbarer Kosten ist die besondere Rolle des Bauherren und Entwurfsverfassers hervorzuheben. Durch systembedingte direkte Wärmeübertragung beheizter Decken an die aufgehenden Wände, erhöht sich die wärmeabgebende Fläche zugunsten der Behaglichkeit. Dieses Projekt ist ein Beispiel dafür, dass qualitätsvoller Wohnungsneubau den Bedürfnissen des Bauherrn Rechnung trägt und nachhaltig rentabel ist. So ist es dem Bauherrn wichtig, seine Zufriedenheit auch in die Öffentlichkeit zu propagieren.

Häuser in der
Laasener Straße
Das Projekt schließt mit vier zweigeschossigen Wohnhäusern eine Lücke im Ensemble der Geraer Altstadt. Ohne große Inszenierung ist eine attraktive Gebäudegruppe mit nutzerfreundlichen Grundrissen und klaren Strukturen entstanden - ein Beispiel für einen anpassungsfähigen verdichteten Wohnungsbau als Antwort auf vielfältigen und verändernden Bedarf bei hoher Wohnqualität, günstigen Kosten auch im Hinblick auf die Einhaltung der aktuellen Energiesparverordnung und der Nutzung der Erdwärme. Es ergeben sich unterschiedliche Wohnformen und Nachbarschaften, trotz dichten Nebeneinanders wird die Privatsphäre gewahrt. Das Projekt der Heim und Familie Wohnbau GmbH ist ein städtebaulicher Beitrag zum Bauen im historischen Kontext.

Haus in der
Colliser Straße
Die Form folgt der Funktion - so lehrt die Architektur der klassischen Moderne. Daran anlehnend hat Architekt Karsten Bauer seine Projektserie über das Einfamilienhaus, präsentiert im Band "Häuser für neues Wohnen", um ein weiteres eindrucksvoll fortgeschrieben. Es erweckt Aufmerksamkeit, ohne prätentiös zu sein. Die konsequente Konstruktion des Gebäudes lässt durch großzügig verglaste Fassaden offene und transparente Raumfolgen nach Süden hangabwärts entstehen. Innen- und Außenbereiche werden dadurch harmonisch verbunden, Ausblicke in den weiten Landschaftsraum baulich gefasst und in Szene gesetzt. Maßvoll und elegant zeigt sich der kubische Baukörper in hoher Gestaltqualität am stark geneigten Südhang. Zur öffentlichen Straße im Norden distanziert, schirmt der Baukörper durch die Winkelstellung die Privatsphäre nach Süden ab, vermittelt dem Betrachter aber trotzdem mit einem Blick durch den Rahmen am Carport eine Ahnung von der exzellenten Lage dieses Einfamilienhauses. Das Projekt ist authentisch- individuell auf die Bedürfnisse des Bauherrn abgestimmt.

Haus in der
Dr. Schomburg- Straße
Kompromissbereit zeigt sich das Haus mit Satteldach und Anbau in ganz eigener Formensprache - ein Projekt der Schusterhaus GmbH. Es beweist, dass Einfügung in den Kontext einer eher dörflichen Bebauung mit geneigten Dächern sowohl Zurückhaltung als auch Eigenständigkeit heißt. Selbstbewusst präsentiert sich das Gebäude mit Satteldach und der erdgeschossigen flachen Anbauten an der Südost- und Nordwestecke. Ihre linearen Formen unterscheiden sich auch konsequent in Material und Farbgebung gegenüber dem Grundkörper des Hauses. Es scheint als würde das Gebäude von einem Kubus durchdrungen. Demgegenüber werden die Innenräume im Grundriss großzügig zusammengezogen, breite Fensterfronten zur Gartenseite vermitteln Weiträumigkeit und entsprechen dem Wunsch nach fließenden Übergängen und hellen Innenräumen. Das Projekt ist vor allem durch seinen experimentellen Charakter ins Blickfeld gerückt, in dem Gewohntes und Herkömmliches in Frage gestellt wurde. Es ist geeignet, Diskussionen zu beleben und weiterzuführen und steht als Beispiel dafür, dass Modernität, Funktionalität auch mit dem klassischen Satteldach ohne Rückgriff auf die Formensprache der 30er Jahre möglich ist.

( 09.12.2010 )

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