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Gera 2013 im van-de-Velde-Jahr

Gera (NG/cs). Die Region Erfurt-Weimar-Jena-Gera nimmt den 150. Geburtstag Henry van de Veldes (1863-1957) zum Anlass, seine Leistungen und die seiner Mitstreiter und Schüler näher zu beleuchten. Eine Vielzahl von Ausstellungen und Veranstaltungen v.a. an seinen Wirkungsorten stehen im Fokus des van-de-Velde-Jahres 2013.
Der "Alleskünstler" wirkte von Weimar aus nicht nur in ganz Europa, sondern auch in der Region. Eines der wichtigsten als Gesamtkunstwerk konzipierten und erhaltenen Bauwerke des belgischen Architekten ist "Haus Schulenburg" in Gera. Die denkmalgeschützte Villa in der Straße des Friedens 120, die der Geraer Woll- und Seidenweberfabrikant Paul Schulenburg im Jahre 1913 bei Henry van de Velde in Auftrag gab, ist ein bedeutendes Jugendstilensemble der Stadt.
In den 1990er Jahren wurde die Einbauten aus den 1950er Jahre entfernt, das Gebäude schrittweise restauriert und in den ursprünglichen Zustand versetzt. Heute beherbergt das Haus einen ständigen Ausstellungsbereich. Dort sind dauerhaft "Buchgestaltungen van de Veldes" sowie Möbel, Architekturentwürfe, Stoffmuster und Veröffentlichungen des Künstlers zu sehen.
Im Sonderausstellungen vorbehaltenen Galeriebereich präsentiert Haus Schulenburg in Zusammenarbeit mit der Kunstsammlung Gera von Mitte März bis Ende Oktober 2013 die Exposition "Henry van de Velde und das Haus Schulenburg - Baugeschichte - Ausstellungen". Außerdem bereitet das Haus die Schau "Kunst und Künstler im geistigen Umfeld Van de Veldes" (Arbeitstitel) vor, die eine Begegnung bringen wird mit Thilo Schoder, Otto Dorfner, Walther Klemm, Ludwig von Hofmann, Constantin Meunier sowie die Bürgeler Keramik. Dazu gehört auch Richard Engelmann, vom dem die weibliche Sitzfigur des Brunnens der Villa Schulenburg stammt. Angeboten werden zudem ständige Architekturführungen durch das Gebäude.
Mehr Spuren als Henry van de Velde selbst hinterließ sein Meisterschüler Thilo Schoder (1888-1979), einer der wichtigsten Vertreter des Neuen Bauens in Deutschland, in Gera. Beiden nimmt sich die Ausstellung "Henry van de Velde und Thilo Schoder - Meister und Schüler" an, die das Museum für Angewandte Kunst von Juni bis September 2013 zeigt. Die Ausstellung geht dem Verhältnis der beiden Künstler nach, untersucht die Einflüsse, Berührungen und Abgrenzungen und verdeutlicht das anhand ausgewählter kunstgewerblicher Exponate, Buchgestaltungen, Bauzeichnungen, Entwürfe und Fotografien.
Der 1888 in Weimar geborene Thilo Schoder blieb der einzige Architekt, der aus der Großherzoglich-Sächsischen Kunstgewerbeschule in Weimar hervorging. Mit seiner professionellen Emanzipation vom Kunstgewerbler zum Baukünstler trat er eine direkte Nachfolge Henry van de Veldes an. Die entscheidenden Jahre seines Lebens und Wirkens verbrachte Thilo Schoder in Gera. Dort entstanden zwischen 1919 und 1932 wichtige Industrie-, Siedlungs- und Wohnungsbauten, die heute noch vom Aufbruch in die Moderne in der ehemaligen Industriestadt künden. Diese Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst sowie die in Haus Schulenburg wird von einer gemeinsamen Publikation begleitet. Sie wird speziell das Wirken von Henry van de Velde in Gera und die Baugeschichte sowie die Sanierung der Villa Schulenburg umfassend darstellen. Dafür ist noch umfangreiche Forschungsarbeit zu leisten.
In einer weiteren Exposition widmet sich das MAK von September bis November 2013 dem "Jugendstil in Gera". Diese Schau wird sich mit Gebäuden und architektonischen Details der vorhandenen Jugendstilarchitektur in Gera beschäftigen und die Einflüsse des Jugendstils auf Handwerk, Baugewerbe und Technik in Gera untersuchen. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Salvatorkirche auf dem Nicolaiberg. Die Ausstellung will Entwürfe, Modelle, Objekte, Kunstgegenstände und Fotos zeigen. Dazu wird eine Publikation erscheinen - eine aktuelle Bestandsaufnahme der Begegnung mit Jugendstilformen in Gera.
Zahlreiche andere thematische Ausstellungen und Veranstaltungen im Jahr 2013 sind in Weimar, Jena, Bürgel, Erfurt und Apolda geplant. Detailierte Informationen gibt es unter www.vandevelde2013.de.

( 03.03.2011 )

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