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Bessere Qualität für gleichen Preis

"Warum Wasserflaschen nachhause tragen, wenn es ausreicht, nur den Wasserhahn aufzudrehen", so Ralf Rauch, Geschäftsführer der Thüringern Fernwasserversorgung, während eines Pressegespräches am Montag zur bevorstehenden Umstellung auf die Versorgung mit Trinkwasser aus dem Talsperrensystem Leibis/Lichte. Will man den Volksmund Glauben schenken, lobt ja bekanntlich jeder Krämer seine Ware. Doch Scherz bei Seite. Es gibt tatsächlich keinen Anlass, auf den Trinkwassergenuss zu verzichten. Auch wenn von den ca. 85 Litern Leitungswasser, die in Thüringen jeder Einwohner im Durchschnitt täglich verbraucht, nur wenige Liter tatsächlich verzehrt werden, ist Trinkwasser das am besten untersuchte und durch nichts zu ersetzende Lebensmittel Nr. 1. Die Trinkwasserqualität sei gut und wird nun noch besser, verspricht Ralf Rauch und was die Verbraucher freuen wird, für den gleichen Preis.
Begonnen mit der Umstellung im Versorgungsgebiet des Zweckverbandes Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal (ZVME), durch die Thüringer Fernwasserversorgung (TFW), die in zwei Etappen erfolgt, wird am 28. November 2011. Die komplette Umstellung ist für Ende Januar/Anfang Februar 2012 geplant. Von der Umstellung erfasst sind ca. 90 Prozent der rund 28.000 Haushalte. Für die fehlenden zehn Prozent bleibt es bei der Eigenförderung, wie ZVME-Geschäftsleiter Thomas Adelt mitteilte.
Bisher erfolgte die Versorgung aus den Talsperren Weida und Zeulenroda, einer Region mit hoher Bevölkerungsdichte und landwirtschaftlicher Bewirtschaftung, was teilweise mit einem höheren Aufbereitungsaufwand und so auch mit höheren Kosten verbunden war.
Das Wasser kommt aus einer weitaus größeren Tiefe und hat damit eine Temperatur zwischen vier und acht Grad, so dass es kühler und damit erfrischender ist und sich im mikrobiologischen Gleichgewicht befindet. Der Nitratwert liegt künftig deutlich unter 7 Milligramm pro Liter, bisher schwankte der Nitratanteil zwischen 25 und 35 Milligramm je Liter, was aber dennoch unter dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter lag.
Als erste in den Genuss des kühlen Nasses kommen der Geraer Westen, Teile Weidas sowie die Gemeinden Harth-Pöllnitz und Münchenbernsdorf.
Vom neu gebauten Pumpwerk Döblitz bei Triptis wird das Wasser aus der Talsperre Leibis nach Forstwolfersdorf gepumpt. Mögliche Wassereintrübungen seien zwar nicht erwünscht, können aber nicht ausgeschlossen werden, wie Hartmut Willmitzer, Chefbiologe der Thüringer Fernwasserversorgung mitteilte. Die Eintrübung sei aber nicht gesundheitsschädigend. Zweckverband, Ostthüringer Wasser und Abwasser GmbH (Otwa) und die Kommunale Wasser und Umweltanalytik GmbH (Kowug) haben sich darauf geeinigt, die Beprobungsdichte während der Umstellung von vierteljährlich auf einen wöchentlichen Zeitraum auszudehnen. Ergänzend wies Jürgen Knoll, Bereichsleiter Betrieb der Otwa darauf hin, dass es auch zu Druckschwankungen kommen könnte.
Mit der Umstellung auf Leibis-Wasser gehr für Ralf Rauch ein kleines Lebenswerk zu Ende. Handelt es sich doch um ein Projekt zur Fernwasserversorgung der Region Leipzig/Halle sowie Ostthüringens aus den 70er Jahren, an deren Planung er als Dipl. Ingenieur mit gearbeitet hat. "Ich freue mich darüber, dass ich in meine Heimatstadt Wasser bringe und das in hoher Qualität", so der TFW-Geschäftsführer.

( Reinhard Schulze, 24.11.2011 )

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