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Ein Stück Zeitgeschichte in zahlreichen Fotografien

Eigentlich hätten Fotopreise keine lange Lebensdauer, stellten Holger Saupe, Leiter der Geraer Museen, und der Geraer Fotograf Frank Rüdiger einmütig fest. Umso erstaunlicher und erfreulicher für alle beide, dass der Aenne–Biermann-Preis in diesem Jahr auf sein 20-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Frank Rüdiger hatte ihn 1992 mit ins Leben gerufen, heute hat er als Kurator die Jubiläumsausstellung „zeitwert“ zusammengestellt und betreut. Sie wird bis 28. Mai im Museum für Angewandte Kunst gezeigt.

Frank Rüdiger verriet, dass er anfangs nicht schlüssig war, wie er die Exponate der Preisträger und Bewerber des Aenne–Biermann-Preises präsentieren sollte, aber er habe sich dann entschlossen, chronologisch vorzugehen, und so sieht der Betrachter von 1992 an bis 2010 etwa 140 der aussagefähigsten und interessantesten Arbeiten von 132 Berufs- und Amateur-Fotografen. Ob in Schwarz-Weiß oder farbig, ob als Serie in Kleinformat oder lebensgroße Porträtaufnahmen, ob von dokumentarischer Realität oder künstlerischer Verfremdung – es ist ein Stück Zeitgeschichte, die die Fotografien von 20 Jahren ausdrücken. Der Kurator verweist auf die ersten Arbeiten von 1992, die quasi noch DDR-Geschichte in sich tragen, wie die Arbeiten des 1. Preisträgers Frank Gaudlitz, der den Abzug der Truppen der Roten Armee aus dem Osten Deutschlands mit seiner Kamera eingefangen hatte. Es gibt Bilder von „nicht besonders attraktiven Orten“ oder aus dem Buch „Das Blaue vom Himmel“. Florian Fischer fotografierte Tropical Island nahe Berlin und gewann damit den 1 Preis 2010. Geduld bewies Julia Christe, die mit außergewöhnlichen Tieraufnahmen punktete und damit den 3. Preis 2005 gewann. Wenige Arbeiten regen zum Schmunzeln an, die meiste zeigen bittere Realität, spielen mit unserer Wahrnehmung oder vermitteln Gefühle.

Der Aenne-Biermann-Preis hat sich in den vergangenen Jahren zu einem begehrten Preis entwickelt. Zwar sei das Preisgeld nicht besonders hoch, und es gibt 1., 2. und 3. Preisträger sowie Anerkennungen, doch gerade für junge Fotografen sei der Wettbewerb ein besonderer Anreiz. Schon die Nennung in einem Katalog helfe bei der weiteren Entwicklung. Dass diese Überlegungen fruchten, beweisen ehemalige Preisträger, die sich einen Namen gemacht haben und heute als Professoren oder Dozenten wirken. Indessen kann sich auch die fotografische Sammlung im MAK sehen lassen. Fast jeder Aussteller überließ dem Haus sein preisgekröntes Werk oder mehrere der eingereichten Arbeiten. So hat sich ein beachtlicher Bestand angesammelt.

Der nächste Aenne-Biermann-Preis ist erst für 2013 vorgesehen.. „Da die Stadt ja auch noch den Otto-Dix-Preis verleiht, wollten wir die beiden großen Ereignisse trennen“, erklärte Holger Saupe. Auf diese Weise sei die Stadt in jedem Jahr in der Szene der Gegenwartskunst im Gespräch. Noch im Sommer zeigt die Orangerie den Otto-Dix-Preisträger und die anderen Nominierten, und im Herbst startet die Ausschreibung für den Aenne-Biermann-Preis, der dann 2013 vergeben wird.

( Helga Schubert, 08.03.2012 )

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