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Premierenfieber reißt nicht ab

Vor einem Jahr sah es noch ganz anders aus, da kämpften die Theaterleute um ihr Dasein, da wurde um den Fortbestand des Fünf-Sparten Theaters von Gera und Altenburg gerungen, und da stand bei der Vorstellung des Spielplans 2012/2013 die Finanzierung im Vordergrund. „Heute“, strahlte Generalintendant von „Theater&Philharmonie Thüringen“ Kay Kuntze, „freue ich mich zur öffentlichen Spielplanvorstellung 2013/2014 nicht über Finanzierung reden zu müssen, sondern sich auf die Inhalte zu konzentrieren“. Das Haus stehe bis 2016 recht stabil da. Allerdings fordert der Haustarifvertrag auch seinen Tribut. Für die neue Saison bedeutet das, dass der erste Vorhang erst am 28. September fällt und drei Wochen im Januar die Türen für das Publikum gänzlich geschlossen sind. Trotzdem verspricht der Intendant mit 22 Neuinszenierungen einen interessanten und vielseitigen Spielplan und ein hohes Engagement der gesamten Belegschaft.

Dieses Engagement zieht sich durch alle Sparten. Vertrautes und Unerwartetes, Bekanntes und Neues, Geliebtes und Wiederentdecktes – all das wollen Schauspiel, Musiktheater, Puppentheater, Ballett und Philharmonie theatralisch umsetzen. „Wegemarken der europäischen Geschichte“ nennt sich ein Orientierungspunkt.

Dabei werden bestimme historische Daten zum Anlass genommen, um sich musikalisch, rezitatorisch oder dramatisch auseinanderzusetzen. Das Versepos von Heinrich Heine „Deutschland – ein Wintermärchen“ gehören ebenso dazu wie „Sonntags dachte ich an Gott“ (9. November, BAP Gera) mit Lyrik und zeitgenössischer Kammermusik, „Die Nacht“, eine assoziative Annäherung an die Autobiografie von Elie Wiesel (12. April 2014, Alter Schwurgerichtssaal Gera) und „Nuit des Hommes“, Oper(atorium) von Per Nørgard (28. Juni 2014, BAP Gera).

Fortgesetzt wird auch die Antikenreihe, die sich den Frauengestalten widmet. Zur Aufführung gelangen die Oper von Gluck „Iphigenie auf Tauris“, die Tragödien von Euripides „Iphigenie in Aulis“ und „Die Troerinnen“ (16. Mai 2014, Gera), das Stück nach der Erzählung von Christa Wolf „Kassandra“ (18. Oktober, BAP Gera), „Medea“, ein Stück von Theo Fransz und die Operette für Schauspiel nach Offenbach „Die schöne Helene“.

Etwas Besonderes kann für die Inszenierung der Euripides-Tragödie „Die Troerinnen“ verzeichnet werden. Es ist eine Zusammenarbeit mit türkischen Künstlern geplant. Außerdem nimmt das Ensemble damit an den internationalen Festspielen auf der Insel Samos teil. Einladung und Förderzusage lägen vor. Eine weitere Reihe befindet sich „Im Rhythmus Afrikas“ und vereint eine auf mehrere Spielzeiten angelegte Kooperation der Schauspielsparte von TPT und dem C.I.T.O Theater aus Burkina Faso. „Mohamed und andere afrikanische Geschichten“, ein interkontinentaler Erzählabend, wird in der kommenden Spielzeit präsentiert. In heimische Gefilde dagegen führt ein Schauspiel-Liederabend, der der Frage nachgeht, was passiert, „Wenn es Nacht wird in Meuselwitz“ (11. Oktober, BAP Gera).

An den Bühnen der Stadt Gera kann das Publikum fast jeden Monat im Premierenfieber sein, das Schauspiel ist im Monat Oktober sogar mit drei Premieren vertreten. Aber auch die kleinste Spielstätte, das Puppentheater, lässt die Puppen tanzen, Figuren zum Sprechen bringen und Objekte erwachen.

Das Theaterstück „Die Eisprinzessin“ (mehrfach verschoben) hat nun am 5. Oktober im Haus am Hennigplatz Premiere. Ein ganz reizendes Stück für die jüngeren Besucher steht am 12. Oktober mit „Die Kuh Rosmarie“ auf dem Programm, woran aber bestimmt auch Erwachsene ihre Freude haben werden. Ganz besonders freut sich die Leiterin des Puppentheaters, Sabine Schramm, auf die Mitwirkung ihrer Sparte in dem Ballett „Der Joker“ (Uraufführung 22. November, Großes Haus Gera). Silvana Schröter, Leiterin des Thüringer Staatsballetts, kündigte drei große Ballettabende an, darunter das Ballett „Cinderella“, das von Peter Werner-Ranke, dem langjährigen Hauschoreographen des Geraer Theaters, inszeniert wird (Uraufführung 15. März 2014, BAP Gera). Das Musiktheater gibt den fest engagierten neun Sängerinnen und Sängern mit herausfordernden Rollen die Möglichkeiten zur Entfaltung, bemerkte Kay Kuntze. Puccinis „La Bohème“ (7. Dezember, Gera), Benjamin Brittens „Peter Grimes“ (21. März 2014, Gera) oder Lehars „Die lustige Witwe“ (25. April 2014, Gera) und andere musikalische Leckerbissen stehen auf dem Programm. Rund 100 Konzerte bestreitet das Philharmonische Orchester, von großen philharmonischen Konzerten bis zu kleinen Formen wie Küchengarten Classics zwischen Theater und Orangerie und „Klingt gut“ für Kinder und Jugendliche. Chorsinfonische Werke stehen ebenfalls im Mittelpunkt und werden mit der Open-Air-Aufführung von Orffs „Carmina Burana“ ihren Höhepunkt finden. Bis zum ersten Philharmonischen Konzert will der Generalintendant die Stelle des Generalmusikdirektors besetzt haben. „Dazu bin ich wild entschlossen“, sagte er. Zwei Kandidaten stellen sich noch in dieser Spielzeit vor, dann werde man sehen.

( Helga Schubert, 02.05.2013 )

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