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Zuwendung und Unterstützung

„Der Tod kommt nur einmal, und doch macht er sich in allen Augenblicken des Lebens fühlbar. Es ist schlimmer, ihn zu fürchten, als ihn zu erleiden“, schrieb der im 17. Jahrhundert lebende französische Schriftsteller Jean de La Bruyère dazu. Auch einige Jahrhunderte später verdrängt man es weitestgehend, denn wer beschäftigt sich im Leben schon gern mit dem Tod.

Doch irgendwann werden wir alle mit dem Thema konfrontiert – ob in der eigenen Verwandtschaft oder wenn es sich um Freunde und Bekannte dreht. Dabei ist es egal wie es uns trifft, jeder reagiert anders auf diese besondere Situation, doch ein jeder benötigt nun Hilfe in Form von Gesprächen, Beratung, Begleitung und eventueller Betreuung. Aber mancher ist mit der Situation überfordert, den Betroffenen Hilfestellung zu geben und andere sind im Alter allein und haben niemanden der ihnen jetzt zur Seite stehen kann.

Gerade für diese schwere Zeit gibt es den Verein „Hospizbewegung Gera e.V.“, welcher in Gera seit September 2004 tätig ist. „Wir sind als ambulante Hospiz- und Palliativ-Care Beratung ein eingetragener Verein, der es sich u.a. zur Aufgabe gemacht hat, die Vision eines menschenwürdigen Sterbens zu verwirklichen“, so Peter Feickert, stellvertretender Vorsitzender und Koordinator des Vereins. Dabei setzt man auf eine vernetzte Zusammenarbeit mit Heimen, sozialen Einrichtungen, dem Klinikum, Pflegediensten, Ärzten sowie der Stadt mit dem Ziel, eine optimale Grundversorgung im Rahmen von Sterbe- und Trauerbegleitung zu bieten. Weiterhin will man mit der ehrenamtlichen Arbeit verhindern, dass Isolation und Einsamkeit auftreten und auf Grundlage des Hospizgedankens und der ethischen Verpflichtung ermöglichen, jeden sterben zu lassen, wo er sterben möchte. „Wir sind beispielsweise im Waldklinikum tätig. Hier machen wir Sitzwache bei den Menschen, hören zu und geben Hilfestellung in den letzten Tagen und Stunden“, erklärt Erika Schmiedel, Mitglied und ausgebildete Hospizbegleiterin im Verein.

In einer so schnelllebigen und stressigen Zeit haben Ärzte und Schwestern wenig Zeit für die Sorgen und Belange der Patienten und sind froh über Menschen, welche sich in ihrer Freizeit um ihre Mitmenschen kümmern, um diesen einen würdigen Abschied zu gewährleisten. Doch nicht nur die Begleitung von Sterbenden gehört zu den Aufgaben des Vereins. Auch die Betreuung von Hinterbliebenen, Besuchsdienste, Trauergruppen, Gespräche, Unterstützung bei Patientenverfügungen und zahlreiche andere Aufgaben liegen den Mitgliedern am Herzen. „Man redet nicht gerne über den Tod oder macht sich Gedanken, wie man selbst einmal aus dem Leben scheiden will, aber die Menschen wissen, dass es wichtig ist, ein paar Sachen von vornherein zu regeln. Mittlerweile sind wir 113 Mitglieder im Geraer Verein und davon wurden 54 zu Hospizbegleitern ausgebildet. Dr. Ingrid Muder als Initiatorin, Gründungsmitglied und Vorsitzende des Vereins und natürlich auch alle anderen sind stolz darauf, dass der Verein einen solchen Zuspruch hat und wir den Menschen mit unserer Arbeit helfen können. Wir sind ein freier Verein, also ohne Träger im Hintergrund, durch den wir, wie frühere Erfahrungen zeigen, in der Arbeit eingeschränkt werden. Ohne diesen sind wir natürlich auf Spenden, Zuwendungen und Beiträge angewiesen, durch welche wir uns komplett finanzieren. Aber dadurch sind wir frei in unserer Arbeit und können diejenigen uneingeschränkt unterstützen, die unsere Hilfe benötigen“, erzählt Peter Feickert weiter. Auffallend ist, dass vor allem Personen, welche im Gesundheits-, Pflege- und Pädagogikbereich tätig sind, auch ehrenamtlich im Verein tätig sind.

Hier setzt sich wohl das „Helfersyndrom“ durch. Das ist gut, denn wir alle können froh sein, dass es Menschen gibt, die auf der letzten Reise an unserer Seite stehen und Angehörigen in dieser Phase beistehen. Erfreulich für den Verein war, das zum Tag der offenen Tür, welcher am 9. November stattfand, zahlreiche Interessenten vorbeikamen, um sich über die Arbeit zu informieren. „Dies zeigt, dass immer mehr Menschen sich einerseits Gedanken zum Tod machen und mit ihrem Einsatz helfen wollen. Schade ist nur, dass es in Zeiten, in denen eine Stadt wie Gera auf die Arbeit ehrenamtlicher Mitarbeiter angewiesen ist, es keiner der zahlreichen Mitarbeiter zu den Vereinen schafft, um zu sehen, was diese täglich mit ihrer Arbeit schaffen“, so der zweite Vorsitzende zum Resümee.

( Lars Werner, 14.11.2013 )

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