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Positiv Denken – richtig Handeln

„Unter Uns“, „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“, „Marienhof“: die Liste dieser Seifenopern, umgangsprachlich auch Soaps genannt, scheint schier unendlich. Der Inhalt jedoch ist serienübergreifend häufig schnell erzählt: Lügen, Intrigen und natürlich die obligatorische Love-Story, die nicht fehlen darf. Es ist schlichte Unterhaltung, nicht mehr und nicht weniger, und der pädagogische Anspruch bleibt dabei zumeist auf der Strecke. Wie man anspruchsvolle, lehrreiche Inhalte aber eben doch mit der gewissen Komik und Unterhaltung verbinden kann, zeigt aktuell die Soap „Think positive“.  Doch wie in einer guten Seifenoper üblich, folgt hier zunächst ein kurzer Rückblick.
Bereits im Sommer überlegte sich Britta Gerlach in ihrer Funktion als AIDS-Beraterin, wie man auch in diesem Jahr rund um den Weltaidstag am 1. Dezember Aufmerksamkeit erzeugen  könnte. Seit 1994 beteiligt sich der Fachdienst Gesundheit mit Aktionen, um auf die Ursachen, Verlauf, Folgen und vor allem Vorsichtsmaßnahmen bei dieser Immunsystem-Erkrankung hinzuweisen. 
Der Umgang und die Konfrontation mit den Themen AIDS, HIV und Geschlechtskrankheiten ist wichtiger denn je, was Britta Gerlach auch mit Zahlen belegt: „Etwa 20 Prozent der mit HIV lebenden Menschen in Deutschland wissen nichts von ihrer Infektion. In Thüringen schätzt man im vergangenen Jahr die Zahl der Menschen, die mit HIV/AIDS leben, auf 860. Das ist ein Anstieg um fast das Doppelte zu 2011“. Es herrscht also weiterhin Aufklärungsbedarf - dies dachte sich auch Heike Wallstabe. Die Kunstlehrerin war mit dem Goethe-Gymnasium bereits im vergangenen Jahr dabei und zusammen mit Britta Gerlach ging man diesmal noch etwas weiter: ein regionaler Plakatwettbewerb sollte es sein. Im September wurden bei einer Fachkonferenz alle Lehrer im Bereich Biologie, Ethik und Kunst dazu aufgerufen, ab der 9. Klasse ihre Schützlinge zur Teilnahme zu ermutigen und zu unterstützen. Mit viel Ideenreichtum, Kreativität und aussagekräftigen Sprüchen sollte einzeln oder als Gruppenarbeit auf die Schwerpunkte im Umgang mit AIDS und Geschlechtskrankheiten aufmerksam gemacht werden. Insgesamt 95 Plakate und Arbeiten wurden eingereicht. 
Viele Beiträge gab es von den Schülern des Karl-Theodor-Liebe-Gymnasiums, welche auch beim Anbringen der Plakate für die Ausstellung im Foyer der Tonhalle behilflich waren. Dort kann man die individuellen Kunstwerke ab sofort bestaunen. Wie auch im letzten Jahr entscheidet eine fünfköpfige Jury über die besten Motive. Als Wertschätzung für die Teilnehmer nimmt das Geraer Gesundheitsamt mit allen Arbeiten am Kreativwettbewerb der Thüringer AIDS Prävention in Erfurt teil. 
Eine tolle Aktion, nur wie kann man diese noch zusätzlich unterstreichen? Hier kam Peter Przetak ins Spiel. Der Leiter der „TheaterFabrik“ war von dem sozialen Engagement begeistert und entschied, sich in der dritten Soap der erfolgreichen „TheaterFabrik“-Produktion mit der Thematik AIDS auseinanderzusetzen. „Gerade auch Theater sollte sich mehr in die Gesellschaft einbringen. Nachdem Britta Gerlach auf mich zukam, schrieb ich sehr gerne diese AIDS-Soap mit realistischen Szenen und natürlich auch gesellschaftskritischen Aspekten gegen die Stigmatisierung bei diesem Thema. Die Kombination aus Ernst, dramaturgischen Elementen und Unterhaltung soll die Zuschauer zum Nachdenken und Hinterfragen bewegen“, so der Regisseur, welcher im Anschluss an das Stück persönlich durch die Ausstellung führt und als Ansprechpartner dient. Am Sonnabend, 30. November, findet in den Räumen der „TheaterFabrik“ die letzte Vorstellung 2013 statt, zwei weitere sind für kommenden Februar geplant.  

( Benjamin Schmutzler, 29.11.2013 )

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