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Die elektronische Allzweckwaffe

Zu meiner Zeit - und das ist, so wie ich finde, noch gar nicht so lange her - gab es auf dem Schulhof noch sogenannte Raucherinseln für die „Großen”. Heute - und anscheinend bin ich dann doch schon eine ganze Weile „raus” - gibt es Handyinseln für dieselbigen. Bisher zwar nur am Liebe-Gymnasium, aber andere Schulen zeigen hier bereitwilliges Interesse abgucken zu wollen. „In einer gemeinsamen Konferenz zwischen Lehrern, Schülern und Eltern haben wir diese Entscheidung getroffen, nachdem feststand, dass das Handy zunehmend den Unterricht stört, da die Schüler permanent ‚on‘ sind. Eine Ausnahme gilt für alle Schüler während der großen Pause und die Schüler der elften und zwölften Klassen, sie dürfen die Handys ganztags vorzugsweise zum Recherchieren nutzen”, erklärt Schulelternsprecher Mirko Pohl.
Während wir uns früher in den Pausen noch dem Tamagotchi, Sticker-Tausch und ja ab und zu auch Mal dem Handyspiel „Snake” gewidmet haben, ist diese kleine elektronische Allzweckwaffe heute förmlich an des Jugendlichen Hand fest getackert. 
Und nicht nur das, die modernen Kids befinden sich in einem ständigen Trance-Modus. Da wird gechattet, gefacebooked,  gesimst, „gewhatsapped”, gezockt, gegoogelt und wer weiß was noch. 
Doch es ist das eine, den Jugendlichen den Handyumgang während des Unterrichts zu untersagen, damit das Lernen und Lehren wieder halbwegs Spaß macht und das andere, die Eltern für diesen kleinen Kameraden zu sensibilisieren. Denn wie viel Handy soll es sein? Diesem Thema widmete sich eine vor kurzem stattgefundene Veranstaltung der Schulelternvertretung gemeinsam mit dem Förderverein des Liebe-Gymnasiums. „Unsere Kinder wachsen selbstverständlich mit Fernsehen, Computer, Internet und Handys auf. Vor allem das Handy hat in den letzten Jahren zunehmend eine zentrale Rolle bei unseren Kindern eingenommen. Doch nicht immer und ausschließlich erfahren wir damit Positives”, versucht Mirko Pohl die Wichtigkeit für Eltern zu erklären, sich mit dem Kommunikationsmittel ihrer Kinder auseinanderzusetzen. „Ein Verbot allein reicht nicht aus, denn es ist genauso wichtig zu verstehen, mit welchen Dingen sich mein Kind beschäftigt”, führt er weiter aus. 
Rund 50 Eltern, auch aus anderen Schulen, nahmen an dem Infoabend teil. Medienpädagogin Sabine Eder vom Verein Blickwechsel e.V. konnte als Referentin gewonnen werden. „Oftmals, dies kam auch bei dieser Veranstaltung heraus, wissen die Eltern gar nicht, wie viel Zeit das eigene Kind mit dem Handy verbringt, was das Gerät alles kann oder vielmehr was alles online zur Verfügung gestellt und demzufolge ‚ausgespäht‘ werden könnte oder wie sie mit diesem ständigen Begleiter umgehen sollen. Oftmals verstehen sie auch nicht, dass das Handy für die Kinder ‚lebensnotwendig‘ ist, wenn sie nicht ‚on‘ sein können, sie irgendwann ‚raus‘ sind”, fasst Pohl die Probleme zusammen und gibt zugleich Lösungsvorschläge: „Eltern müssen verstehen und wissen, welche Verantwortung sie mit dem Handy in die Hand geben. Heute ist ja fast alles mit diesem Gerät möglich. Sie dürfen und sollen es nicht verdammen und verbieten aber sie müssen Grenzen setzen, diese vorleben und einfordern.” 
Im Rahmen solcher Elternabende „Eltern - Schule” wollen Mirko Pohl samt Schulelternvertretung und dem Förderverein noch weitere Veranstaltungen organisieren. Geplant sind Themen wie Drogen- und Tablettensucht, Rechtsradikalismus, Computerspiele und Konflikte während der Pubertät.

( Fanny Zölsmann, 14.02.2014 )

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