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SRH Fachhochschule bezieht neues Domizil

Aus 1.400 werden 2.500 Quadratmeter, aus fünf Seminarräumen werden 14, aus 120 werden rund 500 Sitzplätze. Was vor gut einem Jahr noch unmöglich erschien, ist nun endlich Wirklichkeit geworden. Es herrscht Leben in der Bude. Zwar sind es noch die Bauarbeiter, die an der ein und anderen Stelle ordentlich werkeln, doch am 1. April werden sie anrücken und dem alten Betonklotz neues Leben einhauchen. Die Studierenden der SRH Fachhochschule werden den Hochsicherheitstrakt der ehemaligen Landeszentralbank beziehen. Bis dahin heizt die Verwaltung das Gebäude schon ordentlich vor. Denn der Umzug aus der alten Villa Hirsch in den neuen SRH Campus ist seit dieser Woche amtlich. „Wir haben zum 1. März den Mietvertrag gekündigt und die Villa Hirsch quasi besenrein übergeben”, erklärt Marketingassistentin der SRH Fachhochschule Virginia Hurtig. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge haben die Mitarbeiter ihre Kisten gepackt. „Man verlässt die Villa schon mit Wehmut. Für mich war es immer ein bisschen Hogwarts (Anmerkung der Redaktion: Name des Zauberinternats im Roman Harry Potter). Doch mit dem neuen Gebäude gibt es nun auch ein bisschen mehr Hochschule und Campus. Hier hat man das Gefühl, dass das Leben stattfinden kann. In der Villa Hirsch haben wir immer mit der Sorge gekämpft, aus allen Nähten zu platzen”, formuliert es Diplom-Psychologin Sabrina Simchen-Schubert, wissenschaftliche Referentin des Präsidiums, bildlich.
Lange sei man auf der Suche nach einem passenden Gebäude in Gera gewesen. Zeitweise liebäugelte man mit dem alten Telekomgelände an der Autobahn. „Es ist ein wunderschönes Gebäude, doch den Anforderungen an eine Fachhochschule eben nicht gewachsen”, führt sie weiter aus. 
Im Sommer letzten Jahres erwarb das Heidelberger Bildungs- und Gesundheitsunternehmen SRH die ehemalige Landeszentralbank und investierte rund fünf Millionen Euro in Kauf und Umbau der Immobilie. „Gera ist für die SRH ein wichtiger Standort. Wir haben hier in den letzten zehn Jahren mehr als 100 Millionen Euro investiert und zählen mit 1.700 Mitarbeitenden zu den größten Arbeitgebern in der Region. Als deutlich wurde, dass das Projekt Kunsthaus nicht zu realisieren ist, stand die Frage im Raum, was aus dem Chipperfield-Gebäude wird. Von der Campus-Idee profitieren alle: Studierende bringen Leben, Zukunftsperspektive und natürlich auch Wertschöpfung in die Stadt. Die Stärken des Gebäudes, die uns überzeugten, liegen in der zentralen Lage, der hochwertigen Bausubstanz, dem ausreichenden Raumangebot und dem Wiedererkennungsfaktor durch die moderne Architektur”, bringt es Pressesprecher der SRH Holding Nils Birschmann auf Nachfrage auf den Punkt.
Die SRH Fachhochschule selbst hält keine Aktien an dieser Immobilie, sie ist Mieterin. In einem Monat sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Neben einem Verwaltungstrakt auf zwei Ebenen entstehen flexible, modern ausgestattete Seminarräume, Professoren- und Dozentenbüros, ein Audimax für Veranstaltungen für bis zu 200 Personen, eine Bibliothek im vorderen Bereich des alten Tresorraums und eine Hausmeisterwohnung im angrenzenden Gästehaus, welches bis vor kurzem noch teilweise bewohnt wurde. Für die restlichen Wohneinheiten im Gästehaus sind noch einige Ideen im Rennen, u.a. die Einrichtung einer therapeutischen Praxis. Eine der größten Veränderungen am Gebäude wurde im Erdgeschoss vorgenommen. „Hier verbargen einst riesige Rolltore eine dahinterliegende meterhohe Garage, an denen früher die Geldtransporter rückwärts einfuhren. Heute sind hier zwei der größten Seminarräume untergebracht”, erklärt Virginia Hurtig. Auch für die Außengestaltung gäbe es schon Pläne. So wolle Vorstandsvorsitzender der SRH Holding Prof. Klaus Hekking einen Rosengarten - angelehnt an den in Heidelberg - mit Skulpturen von Sven Schmidt und Winfried W. Wunderlich auf dem derzeit noch brach liegenden Stück Grünfläche anlegen. Auch im Haus selbst soll die Kunst der beiden Geraer Künstler Einzug halten. „Um die einstige Kunsthausidee nicht komplett sterben zu lassen, wollen wir mit Schmidt und Wunderlich diesen Gedanken erhalten. Noch sind nicht alle Ideen spruchreif, geplant ist u.a. die Herzspannungskurve (EKG) entlang des Verwaltungsflures, verknüpft mit der Geschichte des Gesundheitswesens”, verrät sie.   
In einem Monat, wenn die Studierenden aus der vorlesungsfreien Zeit zurückkehren, werden sie präsenter und näher am Zentrum, aber dafür im grünen Herzen der Stadt lernen und den Hofwiesenpark mit studentischem Leben erfüllen. Und wer weiß, vielleicht hauchen sie auch einmal den Rest der Stadt ein bisschen studentisches Flair ein, denn bis jetzt haben sie sich immer gerne im verwunschenen Garten der Villa Hirsch versteckt. 

( Fanny Zölsmann, 07.03.2014 )

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