Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Formeller Fehler verhindert „Thinka“

Lusan ist Geras größter Stadtteil und nach Jahren des Bewohnerrückgangs wächst die Zahl langsam wieder an. Zu verdanken ist dies dem Umbau des Stadtteils, welcher durch Sanierung und Umstrukturierung für viele wieder als attraktiver Wohnraum wahrgenommen wird. Zudem sorgen Vereine und Anwohner mit ihrem Engagement und zahlreichen Projekten im sozialen und kulturellen Bereich für Belebung und Lebensqualität. Doch auch wenn immer mehr junge Menschen den Stadtteil für sich entdecken, liegt der Altersdurchschnitt bei über 49 Jahren und auch der Arbeitslosenanteil bewegte sich zuletzt bei über 20 Prozent. Um seine Arbeit und die dazugehörigen Angebote auszubauen und vor dem Hintergrund, den Stadtteil weiterzuentwickeln, hat es sich der Verein „Kindervereinigung e.V. Gera“, zusammen mit anderen Akteuren und Partnern, zur Aufgabe gemacht, die Menschen im Stadtteil mit vielseitigen Angeboten zu aktivieren und zu unterstützen.
Um die Arbeit auszubauen und Angebote weiterzuentwickeln, bewarb sich der Verein für das Projekt Thinka (Thüringer Initiative für Integration, Nachhaltigkeit, Kooperation und Aktivierung) und konnte 2013 mit Thinka starten.
Schnell etablierte sich das Projekt und wurde Anlaufstelle für die Anwohner. So wurden zahlreiche Angebote und Maßnahmen entwickelt, die jeder nutzen konnte und allen die Möglichkeit gab, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Fünf Jahre lief das Projekt mit großem Erfolg, doch seit Ende 2017 ist  die Beratungsstelle geschlossen und ein Großteil der Projekte liegt auf Eis. „Unsere Arbeit begann nicht erst mit der Bewilligung von Thinka, aber durch das Projekt konnten wir in Lusan zahlreiche Projekte aufbauen und ständig weiterentwickeln. 2017 mussten wir uns neu bewerben und sind bei der Vergabe aus formellen Gründen rausgeflogen“, erzählt Andrea Schramm, die Geschäftsführerin der Kindervereinigung. So bekam man von der Stadt mitgeteilt, dass ein Dokument nicht eingereicht wurde und man den Verein bei der Vergabe daher nicht berücksichtigen könnte. „Mit Thinka konnten wir viele Angebote umsetzen, was die Anwohner auch nutzten. Zudem haben wir viele Aufgaben des Stadtteilbüros übernommen und über die Jahre weitergeführt. Deshalb war das Ende ärgerlich und enttäuschend“, erzählt Schramm weiter.
Zwar wird das Programm nicht eingestellt, denn die Otegau GmbH bekam als neuer Träger den Zuschlag und eröffnete zu Beginn des Jahres einen neue Kontaktstelle für die Anwohner in der Werner-Petzold Straße 10. In dieser finden montags von 8 bis 11 Uhr und dienstags und donnerstags in der Zeit von 10 bis 16.30 Uhr Beratungen statt. Jedoch beginnt man hier bei Null und muss die sozialraumbezogene Arbeit neu aufbauen. Doch das Aus bei der Kindervereinigung zog weite Kreise, denn der Verein und seine langjährigen Partner wollten die Angebote nicht einfach aufgeben. 
So wurde man auf das Bundesprogramm „Soziale Stadt“ aufmerksam, bewarb sich darum und bekam nun die Zusage für vier Jahre. Neben Mitteln von Bund und Land wird das neue Projekt zudem auch von Seiten  der Stadt finanziell unterstützt. „Durch die Bewilligung der Mittel für die nächsten vier Jahre, kann das Stadtteilbüro wieder eröffnet werden, es wird dadurch einen neuen Stadtteilmanager geben, unsere Angebote können wieder starten und neue sollen entwickelt werden“, so Andrea Schramm freudig. Die Stellenausschreibung ist raus und es gibt auch schon zahlreiche Bewerbungen. Wenn alles klappt, kann der Verein mit seinen Angeboten ab 1. März neu starten. „In Lusan leben über 20.000 Menschen und der für diese muss auch weiterhin etwas getan werden. Der neue Stadtteilmanager hat auch die Aufgabe die Menschen im Stadtteil weiter zu aktivieren, um diese dazu zu ermutigen über eine Identitätsfindung in Lusan aktiv zu werden oder zu bleiben. Wir sind froh, dass es jetzt weitergeht, denn die Menschen haben hier in den letzten Jahren gut zusammengearbeitet und viel für ihren Stadtteil getan. Das muss weiter gefördert und nicht eigerissen werden“, so Schramm.

( Lars Werner, 24.02.2018 )

zurück