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Preis trifft Lebensmittel

Die Essenversorgung der Kinder in den Kindergärten und Schulen steht mindestens einmal im Jahr auf der Tagesordnung zu Elternabenden und Beiratssitzungen. Dieses Thema könnte fast als leidlich bezeichnet werden, denn während die einen bio, regional und gesund fordern, erheben die anderen den mahnenden Zeigefinger, dass es nicht zu teuer sein sollte. Doch wie sieht es eigentlich auf der Seite der Macher, der Produzenten von Kinder- und Schülerspeisung aus?

Im 30. Jahr versorgt das Geraer Unternehmen WaKoS eine Vielzahl an Kindergärten, Schulen und liefert Mittagessen frei Haus. Rund 3.000 Essen am Tag werden vom Stammhaus in der Berliner Straße ins gesamte Stadtgebiet und Umland ausgefahren. Seit eh und je legt das Unternehmen Wert darauf, Produkte aus der Region zu verwenden: Obst und Gemüse von der Firma Gartenbote aus Gera-Langenberg, Brötchen und Brot von der Bäckerei Treibmann Wildetaube, Geflügelprodukte von Gönnataler Putenspezialitäten, Fisch von Fisch-Aue GmbH Glauchau sowie von der Firma FRIWEIKA eG Weidensdorf Kartoffeln und Kartoffelprodukte, welche ausschließlich von Bauern aus Thüringen und Sachsen stammen.

Bei der Entscheidung der Endverbraucher – Bio oder regional – stellt sich die Frage, ob die Bio-Tomate aus Spanien nun nachhaltiger ist, als die regional angebaute rote Frucht. Unsere Menüs sollen auch weiterhin gesund und abwechslungsreich, dabei aber bezahlbar bleiben, meint Susanne Kleska. Seit vier Jahren ist sie für den Einkauf, die Menü- und Speiseplanerstellung sowie für das Marketing im Unternehmen tätig.

2018 war für mich das erste Krisenjahr. Nach der Dürre im Sommer folgte eine schlechte Gemüse- und Kartoffel ernte. Die Kartoffelpreise je Kilo verdoppelten sich. Ende vergangenen Jahres folgte der drastische Preisanstieg beim Schweinefleisch – als Beispiel sei zu nennen, dass sich der ein Kilopreis für Schweinegulasch um rund 30 Prozent erhöht hat. Ursache ist die afrikanische Schweinepest. Auf Grund dieser Ausnahmesituation haben sich die Rohwarenströme Richtung Osten verschoben. Die Preise sind hierzulande gestiegen, die Asiaten kaufen seit Ende letzten Jahres vermehrt Schweinefleisch vom europäischen Markt. Susanne Kleska weiß aber auch, dass diese Schweinepest die völlig ungefährlich für den Menschen ist, noch zu einem weiteren Problem für Deutschland werden könnte. „Selbst wenn sich die Situation wieder verbessern würde, verharren die Preise auf dem hohen Niveau, diese Erfahrung haben wir bereits beim Gemüse 2018/2019 gemacht. Es ist eine Mammutaufgabe, täglich bezahlbare Menüs zu kalkulieren, die neben dem Lebensmittelpreis auch die Nebenkosten, wie Strom und Verpackung sowie Personalkosten enthalten – nicht zu vergessen – auch satt machen”, kalkuliert Kleska.

Natürlich, es wäre das eine, auf tierische Produkte zu verzichten, doch das andere, dass der Kunde die sogenannte Fleischeinlage wünscht.

Vier bis sechs Wochen im Voraus plant Susanne Kleska drei verschiedene Speisepläne für Kindergärten, Schulen und dem Menü-Bringe-Dienst. Dabei berücksichtigt sie die Essgewohnheiten von Kindern und Schülern gegenüber den Erwachsenen.

Die Herausforderung hinter dem Menüplan ist, dass das, was drauf steht, auch drin sein muss. „Bei der Warenbestellung müssen die Preise stimmen und die Produkte auch lieferbar sein, denn derzeit sind immer längere Vorbestellzeiten bei einer Vielzahl von Waren erforderlich. Es ist und bleibt ein stetiger Kampf um die Preise”, beschreibt sie das wöchentliche teilweise tägliche Prozedere für den Einzelnen einen gesunden, abwechslungsreichen und Geschmack treffenden Speiseplan zu erstellen. Aber es ist ein leichtes, dass sich ein Jeder in Mäßigung übe!

( Fanny Zölsmann, 18.03.2020 )

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