Partner

gebr_frank.jpg
verlag_dr_frank_gmbh.jpg
onicom.de.jpg
gera.jpg
RPG_Logo_1.jpg


Hinweise

acrobat_reader.jpg

Button_E_paper.png

Schlagzeilen der Woche

zurück

Impfungen kommen nicht voran

Bis Mitte Februar konnten die Zahlen der aktiven Corona Neuinfektionen stetig gesenkt werden und der Inzidenzwert fiel von Tag zu Tag. Jetzt steigen Zahlen und Werte wieder an und so wurde die Pandemie auch im Sozial- und Gesundheitsausschuss ein weiteres Mal zum Thema. Sandra Wanzar, Dezernentin für Jugend und Soziales, berichtete zur Situation und klärte über Infektionszahlen, Infizierte in den verschiedenen Altersklassen und die Aufgabenschwerpunkte des Gesundheitsamtes auf. Sie machte hierbei deutlich, dass die oberste Priorität in der Nachverfolgung und Quarantänebetreuung liegt und man zudem am Bürgertelefon und im Gesundheitsamt wöchentlich bis zu 250 Anrufe und ca. 50 Anfragen oder Beschwerden zu den bestehenden Regelungen des Freistaates beantworte.

Aufgefallen ist, dass die Menschen in den letzten Wochen ungeduldiger und ungehaltener werden und sich am Telefon Luft verschaffen. Verständlich, weiß Wanzar zu berichten, denn nicht alles läuft in der Pandemiebekämpfung wie gewünscht, worauf die Stadt aber keinen Einfluss hat. Die Verantwortlichkeit liegt bei der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen, doch diese nimmt Hilfs- und Unterstützungsangebote, welche OB Julian Vonarb schon mehrfach angeboten hat, nicht an. So wird der Unmut größer, dies zeigt sich vor allem seit dem Impfbeginn. „Nichts funktioniert bei der Terminvergabe“, berichten die Ausschussmitglieder aus Gesprächen mit Bürgern. Doch bisher tut sich hier nichts: Nur vier der 27 Senioreneinrichtungen konnten bisher durchgeimpft werden (Stand: 18. Februar). Ziemlich verärgert, reagiert auch der Seniorenrat auf die derzeitige Situation, mahnt aber auch an, dass die Stadt das Gremium bisher nicht über die Vorgehensweise informiert und in städtische Arbeit zur Bekämpfung der Pandemie einbezogen habe.

„Es gibt dazu gesetzliche Vorgaben und wir erfahren erst hier, was gerade passiert. Gerade die Altersgruppe, welche wir vertreten, benötigt Informationen und Hilfe. Wir wollen diese anbieten und haben im Landesverband einen Flyer mit Informationen zu den Impfungen erstellt. Hier finden auch Wissenswertes aus jeder Stadt und jedem Landkreis Platz. In vielen Orten Thüringens funktioniert die Arbeit zwischen den Gemeinden und dem Seniorenrat, nur in Gera nicht“, kritisiert Hannelore Hauschild, Vorsitzende des Landesseniorenrates, als sie von den Schwierigkeiten im Ausschuss erfährt.

Doch man ist sich einig, hier eine gemeinsame Lösung zu finden, denn wichtig ist, dass die Risikogruppe schnellstmöglich geimpft wird. Dazu gehört, dass man die Missstände bei der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen weiterhin anmahnt, Hinweise zur Verbesserung gibt und stetig Hilfe anbietet.

Mit der Zukunft zur Wohnungslosenhilfe sprach Dr. Babett Brehme, die Leiterin des Sozialamtes, ein weiteres Thema im Ausschuss an. 35 Plätze stehen derzeit in zwei Unterkünften zur Verfügung und durch die Wetterkapriolen der letzten Wochen waren diese meist gut belegt, wobei aber kein Hilfesuchender abgewiesen werden musste. Jedoch stellte Brehme auch klar, dass die Wohnungslosenhilfe auf neue Füße gestellt werden muss, da die Gruppe der Hilfesuchenden größer ist als 35 Personen und die Angebote unzureichend sind. Zwar erhalten die Menschen, welche in den zwei Einrichtungen unterkommen bereits mehr als nur eine Übernachtungsmöglichkeit, aber trotz der Hilfe werden mehr Angebote benötigt, um die Menschen wieder in den Alltag zu integrieren, denn mit Wohnungssuche und Hilfe bei Anträgen und Gesprächen mit Behörden ist die Arbeit nicht getan. Die Gründe sitzen tiefer und müssen, wenn gewollt, mit verschiedenen Angeboten ausgeräumt werden. Bisher ist die Situation in Gera überschaubar, aber das Problem kann sich allein durch die anhaltende Pandemie verschärfen und deshalb will man bis zum nächsten Herbst ein neues Konzept erarbeiten und mit Angeboten helfen, so dass jeder „Gestrandete“ eine Chance auf einen Neustart erhält.

Bereits zu Beginn der Sitzung wurde die 2016 entwickelte und bis heute umgesetzte Integrationsstrategie der Stadt Gera besprochen und ausgewertet. Nicole Landmann, die Migrationsbeauftragte der Stadt Gera, zeigte auf, dass das entwickelte Programm Früchte trägt, zahlreiche Projekte umgesetzt werden konnten und auch in diesem Jahr weitere Themen des Strategiepapiers ausgebaut werden. „Die Angebote werden zunehmend angenommen und mit Unterstützung der sozialen Träger und der ehrenamtlichen Helfer, wurde ein sehr gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut, welches nicht einfach die Vorgaben der Strategie erfüllt, sondern für zunehmende Integration sorgt”, erklärt Landmann. Natürlich gibt es auch Probleme, welche man aber nicht unter den Teppich kehrt, sondern angeht und versucht diese auszuräumen. „Alles in allem klappt es ganz gut und so kann ein erfolgreiches Miteinander in Gera weiter wachsen”, bilanziert die Migrationsbeauftragte.

( Lars Werner, 26.02.2021 )

zurück